Umzug mit Zimmerpflanzen
Pflanzen sind das Umzugsgut, das am ehesten Schaden nimmt, und zwar nicht durch Stöße, sondern durch Zugluft, Kälte und Umkippen.
Eine Woche vorher: weniger gießen
Nasse Erde ist schwer und rutscht beim Transport aus dem Topf. Gießen Sie in der Woche vor dem Umzug deutlich sparsamer, damit die Erde fest und leichter ist. Am Umzugstag selbst gar nicht gießen.
Schneiden Sie außerdem alles zurück, was ohnehin weg soll. Weniger Blattmasse heißt weniger Bruch und weniger Platzbedarf im Wagen.
Verpackung, die wirklich hilft
Der beste Behälter für kleine und mittlere Pflanzen ist ein offener Karton, in dem mehrere Töpfe eng nebeneinander stehen. Sie stützen sich gegenseitig und können nicht umfallen. Zeitungspapier in die Lücken, fertig.
Große Kübelpflanzen bekommen den Topf in einen stabilen Sack oder eine flache Wanne, damit keine Erde in den Wagen fällt. Die Krone wird locker mit Vlies oder Papier umwickelt, nie mit Folie, weil sich darunter Feuchtigkeit staut.
- Kleine Töpfe eng in offene Kartons stellen
- Lücken mit zerknülltem Papier füllen
- Kronen locker in Papier oder Vlies wickeln
- Keine Plastikfolie über die Blätter
Temperatur ist der Killer
Die meisten Zimmerpflanzen stammen aus warmen Regionen und vertragen keine Kälte. Im Winter genügen zwanzig Minuten bei Minusgraden im offenen Laderaum, um Tropenpflanzen dauerhaft zu schädigen.
Deshalb fahren Pflanzen am besten im Pkw mit, im warmen Innenraum, und werden zuletzt eingeladen und zuerst ausgeladen. Wenn sie im Lkw mitfahren, dann ganz hinten bei der Tür, damit sie am Ziel als Erstes herauskommen.
Der erste Tag in der neuen Wohnung
Stellen Sie Pflanzen nicht sofort an ihren endgültigen Platz, wenn dieser deutlich heller ist als der alte. Der Wechsel von Nordfenster zu Südfenster verbrennt Blätter innerhalb weniger Tage.
Geben Sie den Pflanzen eine Woche Übergang an einem halbschattigen Platz und gießen Sie erst, wenn die Erde oben abgetrocknet ist. Blattfall in den ersten zwei Wochen ist normal und bedeutet nicht, dass die Pflanze eingeht.
Was wir übernehmen
Große Kübelpflanzen und Bäume tragen wir mit, solange sie zu zweit oder zu dritt zu heben sind. Auf Dachterrassen und Balkonen kommt das oft vor, gerade bei älteren Olivenbäumen oder Bambus in schweren Kübeln.
Kleine Pflanzen nehmen wir gerne mit, sagen aber offen: Der sicherste Platz für sie ist Ihr eigenes Auto. Für Pflanzen bieten wir keine Transportversicherung an, das gilt bei uns für das gesamte Umzugsgut.
Der neue Standort und sein Licht
Himmelsrichtung zuerst prüfen
Ein Altbaufenster mit zweieinhalb Metern Höhe wirft Licht viel tiefer in den Raum als ein breiteres, aber niedrigeres Fenster im Neubau. Eine Wohnung im Innenhof auf der Nordseite bekommt selbst im Sommer wenig direkte Sonne. Sehen Sie sich die neue Wohnung vor dem Umzugstag zu zwei verschiedenen Tageszeiten an, dann wissen Sie vorher, wohin welche Pflanze kommt.
Zwei Meter kosten Licht
Die Lichtmenge fällt mit dem Abstand zum Fenster erstaunlich schnell ab. Eine Monstera, die im alten Wohnzimmer zwei Meter vom Glas entfernt stand, braucht in einem tieferen Raum unter Umständen einen Platz direkt am Fenster, um denselben Zuwachs zu zeigen. Wer das übersieht, hält den Standortwechsel später für einen Transportschaden.
Der Heizkörper darunter
Unter fast jedem Wiener Altbaufenster hängt ein Heizkörper, und die aufsteigende trockene Luft macht Blattspitzen braun. Stellen Sie empfindliche Pflanzen seitlich versetzt statt direkt darüber, oder legen Sie ein Brett über die Nische. Ein Untersetzer mit Blähton und etwas Wasser gleicht die Luftfeuchte im näheren Umkreis spürbar aus.
Balkonkübel und die Fahrt dazwischen
Balkonpflanzen werden unterschätzt: Ein Kübel mit feuchter Erde wiegt oft mehr als eine Waschmaschine und lässt sich zu zweit kaum über ein enges Podest tragen. Gießen Sie zwei Tage vorher nicht mehr, dann verliert die Erde einen guten Teil ihres Gewichts. Rankgitter und Spaliere werden abgeschraubt und getrennt verpackt, Balkonkisten kommen leer in den Transporter und die Erde in feste Säcke.
Im Fahrzeug gilt eine einfache Regel: Pflanzen werden zuletzt eingeladen und zuerst ausgeladen. Große Kübel stehen dabei in einer Mörtelwanne, damit Erde und Wasser nicht durch den ganzen Laderaum wandern, und werden gegen Kippen verkeilt. Am Ziel erst alle abstellen, dann in Ruhe an ihre Plätze rücken und erst danach gießen. Dünger gibt es in den ersten Wochen keinen, die Wurzeln haben ohnehin genug zu tun.
Häufige Fragen
Soll ich vor dem Umzug umtopfen?
Nein. Umtopfen ist Stress für die Pflanze, Umzug auch. Machen Sie das frühestens vier Wochen nach dem Umzug.
Wie transportiere ich einen großen Baum im Kübel?
Topf in eine Wanne, Krone locker zusammenbinden, aufrecht stehend transportieren. Wir tragen ihn, wenn er zu zweit oder zu dritt zu heben ist.
Was mache ich im Winter?
Pflanzen zuletzt einladen, im warmen Auto mitnehmen und am Ziel sofort hineintragen. Zwanzig Minuten Frost genügen für dauerhaften Schaden.
Meine Pflanze verliert nach dem Umzug Blätter, ist sie hin?
Meistens nicht. Blattfall in den ersten zwei Wochen ist eine normale Reaktion auf den Standortwechsel. Weniger gießen, halbschattig stellen, abwarten.
Wie verhindere ich, dass Trauermücken mitumziehen?
Tragen Sie vor dem Umzug die obersten zwei Zentimeter Erde ab und ersetzen Sie sie durch Sand oder Blähton, darin legen die Mücken kaum noch Eier. Halten Sie befallene Töpfe in der neuen Wohnung die ersten Wochen getrennt von den übrigen Pflanzen. Trockener halten hilft zusätzlich, weil die Larven feuchte Erde brauchen.
Soll ich Pflanzen vor der Fahrt zurückschneiden?
Bei weit ausladenden Trieben ja, weil ein abgeknickter Ast eine offene Wunde hinterlässt, ein sauberer Schnitt dagegen nicht. Blühende Pflanzen lassen Sie besser in Ruhe und binden die Triebe nur locker zusammen. Ein Radikalschnitt kurz vor dem Standortwechsel ist zu viel auf einmal, die Pflanze verkraftet lieber eine Belastung nach der anderen.
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